Weltweit entstehen jeden Tag schätzungsweise 5,3 Milliarden Fotos – ungefähr 61.400 Bilder pro Sekunde. Weniger als 0,1 % davon werden jemals ausgedruckt, und rund 70 % geraten auf Smartphones komplett in Vergessenheit. Als Analogfotograf stehe ich vor einem ähnlichen Phänomen: Auch bei mir schaffen es letztlich nur etwa 5 bis 10 % einer Filmrolle auf Fotopapier. Zeit für ein Projekt, das die digitale Kette durchbricht.
Fotozine: Eine haptische Fotoerfahrung
Ich wollte eine Auswahl meiner Arbeiten bewusst auf Papier bringen und habe mich für ein Zine entschieden. Ein Fotozine ist ein kleines, meist selbstgemachtes Heft im charmanten DIY-Stil, das eine kuratierte Auswahl an Fotografien präsentiert. Als inhaltlichen Schwerpunkt habe ich eine thematisch passende Sammlung von Aufnahmen aus dem Wald gewählt.
Komorebi (木漏れ日) beschreibt das Sonnenlicht, das durch die Blätter von Bäumen fällt. Ein Zusammenspiel aus „Baum“, „durchsickern“ und „Licht“, das ich seit Jahren in meinen Motiven suche.
Von der Auswahl zur gedruckten Doppelseite
Für das Format fiel die Wahl auf DIN A4 im Hochformat. Aus meiner digitalen Sammlung kamen etwa 40 Fotos in die engere Wahl, die ich anschließend im Layout aufeinander abgestimmt habe. Wichtig war mir dabei eine harmonische Symmetrie: Keine wilde Mischung aus Farbe und Schwarz-Weiß sowie keine Kombination von Motiven aus unterschiedlichen Jahreszeiten.
Und jetzt?
War es Arbeit? Ja, absolut. Hat es Spaß gemacht? Sowas von!
Ich gehöre bestimmt nicht zu den Menschen, die 70 % ihrer eigenen Bilder nie wieder ansehen. Dennoch ist es ein gewaltiger Unterschied, ob man eine Aufnahme auf einem Monitor oder Tablet betrachtet oder ein gedrucktes Heft aus Papier in den Händen hält.
Komorebi war definitiv nicht mein letztes Projekt dieser Art.
Weitere Einblicke und Bilder aus dem Zine findet ihr hier: Komorebi Zine an.